Der Photovoltaik-Markt in dem
südamerikanischen Land erlebt derzeit einen Aufschwung. Nun schreiben
die Analysten der Deutschen Bank, dass in Chile die Solarenergie längst
Wind und die fossilen Energieträger bei den Kosten hinter sich gelassen
hat.
Im vergangenen Jahr lag der Photovoltaik-Zubau in Chile bei rund 400 Megawatt. In diesem Jahr wird er nun an der Gigawatt-Marke kratzen. Die Analysten der Deutschen Bank erwarten in den Folgejahren aber wieder einen Rückgang des jährlichen Marktwachstums auf 400 bis 500 Megawatt. Dennoch sei der Markt sehr stabil. So habe die Regierung im Mai 2014 ein Gesetz erlassen, wonach erneuerbaren Energien einen Anteil von 45 Prozent der installierten Kapazität erreichen sollen. Zudem gibt es ein Net-Metering-Gesetz für Anlagen unter zwei Megawatt Leistung und eine Vergütung für eingespeisten Strom von 9 US-Dollarcent pro Kilowattstunde. Das große Wachstum des Marktes werde aber vor allem durch den Bau neuer Photovoltaik-Kraftwerke ausgelöst. Mit weiter sinkenden Systemkosten sowie stabilen Stromabnahmevereinbarungen bei knapp über 70 US-Dollar pro Megawattstunde sollte der Markt weiter wachsen, so die Analysten. Derzeit liege der Modulpreis in China bei rund 52 US-Dollarcent/Watt und die Projektkosten unter einem Dollar pro Watt.
Die meisten der neuen Großprojekte in Chile entstanden oder entstehen in der sonnenreichen Atacama-Wüste. Allerdings gebe es nun Probleme mit dem Netzanschluss in dieser Regierung, weshalb derzeit nur wenige neue Verträge für das Gebiet erteilt werden. Insgesamt sind in Chile Photovoltaik-Projekte mit rund 2,1 Gigawatt Gesamtleistung genehmigt worden. Diese könnten aber nicht alle in der Atacama-Wüste realisiert werden. In Chile sind vor allem Projektierer aus den USA sehr aktiv, allen voran First Solar, Sunpower und Sunedison. (Sandra Enkhardt)