Der Photovoltaik-Markt in dem
südamerikanischen Land erlebt derzeit einen Aufschwung. Nun schreiben
die Analysten der Deutschen Bank, dass in Chile die Solarenergie längst
Wind und die fossilen Energieträger bei den Kosten hinter sich gelassen
hat.
Experten gehen davon aus, dass in Chile in diesem Jahr rund ein
Gigawatt an neuer Photovoltaik-Leistung installiert werden. Die
Analysten der Deutschen Bank haben nun wohl auch den Grund für den Boom
veröffentlichten. „Solar und Wind sind nun kostengünstigere
Energieerzeuungsquellen in Chile als die fossilen“, heißt es in einer
Mitteilung. Nach Auswertung der letzten Ausschreibungsrunde, die Ende
Oktober stattfand, habe ergeben, dass die Erneuerbaren 100 Prozent der
Zuschläge erhalten hätten für die Lieferung von 1.200 Gigawattstunden
Strom in Chile. Dabei hätten drei
Solarparks mit Preisen zwischen 65 und
68 US-Dollar pro Megawattstunde und zwei Windparks mit 79 US-Dollar pro
Megawattstunde sowie ein kombiniertes solarthermisches Kraftwerk mit
Speicher, das 97 US-Dollar pro Megawattstunde geboten. Der Kohlestrom
sei für 85 US-Dollar pro Megawattstunde angeboten worden.
Im
vergangenen Jahr lag der Photovoltaik-Zubau in Chile bei rund 400
Megawatt. In diesem Jahr wird er nun an der Gigawatt-Marke kratzen. Die
Analysten der Deutschen Bank erwarten in den Folgejahren aber wieder
einen Rückgang des jährlichen Marktwachstums auf 400 bis 500 Megawatt.
Dennoch sei der Markt sehr stabil. So habe die Regierung im Mai 2014 ein
Gesetz erlassen, wonach erneuerbaren Energien einen Anteil von 45
Prozent der installierten Kapazität erreichen sollen. Zudem gibt es ein
Net-Metering-Gesetz für Anlagen unter zwei Megawatt Leistung und eine
Vergütung für eingespeisten Strom von 9 US-Dollarcent pro
Kilowattstunde. Das große Wachstum des Marktes werde aber vor allem
durch den Bau neuer Photovoltaik-Kraftwerke ausgelöst. Mit weiter
sinkenden Systemkosten sowie stabilen Stromabnahmevereinbarungen bei
knapp über 70 US-Dollar pro Megawattstunde sollte der Markt weiter
wachsen, so die Analysten.
Derzeit liege der Modulpreis in China bei
rund 52 US-Dollarcent/Watt und die Projektkosten unter einem Dollar pro
Watt.Die meisten der neuen Großprojekte in Chile entstanden oder
entstehen in der sonnenreichen Atacama-Wüste. Allerdings gebe es nun
Probleme mit dem Netzanschluss in dieser Regierung, weshalb derzeit nur
wenige neue Verträge für das Gebiet erteilt werden. Insgesamt sind in
Chile Photovoltaik-Projekte mit rund 2,1 Gigawatt Gesamtleistung
genehmigt worden. Diese könnten aber nicht alle in der Atacama-Wüste
realisiert werden. In Chile sind vor allem Projektierer aus den USA sehr
aktiv, allen voran First Solar, Sunpower und Sunedison. (Sandra
Enkhardt)